Can I Live
Liebe Alle
Zurück im Effekt, Pardon, ich musste slash durfte ein Interview im Lyrics Magazin geben und musste ausserdem "Golfschläger" auf Spotify etc. laden. Daneben hatte ich diesen querulatorischen Dayjob, der mich jeweils von ca. 8 bis 20 Uhr besetzt. Darum, nun ja, das ist doch irgendwie, ne?!
Jedenfalls folgende Gedanken im Anschluss bzw. in der Nachbetrachtung des von mir letzte Woche geposteten Artikels namens "1'000 Fans", der, in einer Nussschale, besagt, dass ein Künstler ein (einigermassen) Leben bestreiten kann, wenn er 1'000 Fans hat, die für ihn pro Jahr 100$ ausgeben. Diese Rechnung ist wohl auch so gemacht, weil das schöne, runde Zahlen sind, die man sich gut merken kann, und der Autor gibt auch zu, dass die Zahl durchaus variiert. Vor allem aber, im Bereich Musik, unterschlägt diese Rechnung einen ganz wichtigen Faktor, nämlich die eigenen Kosten:
Mal angenommen, von 1000 Fans für 100$ kann ein Künstler gut leben. D.h. dieser Künstler braucht für sein Leben $100'000.--. Davon ausgehend, dass diese Zahl korrekt ist (und man also nicht von einem Leben in einer 4-er WG und Bohnen zum Nachtessen spricht, aber auch nicht von der Villa mit Lamborghini), gestalten sich bei einem Künstler (mal ganz allgemein und ohne Eskapaden) die Einnahmequellen ja maximal dreierlei:
- Plattenverkäufe (und Tantiemen)
- Konzerte
- Merchandise
Angenommen (und vereinfachend), der oben genannte eine Fan (von den 1000 Fans) gibt nun für dieses Dreieck (für Plattenverkäufe alleine ist das ja kaum möglich) 100.-- pro Jahr aus: Er kauft sich das Album (für 14.-- im iTunes Store), er kauft sich ein Konzertticket für 35.--, und er kauft sich ein Sweatshirt für 50. Dann bleibt dem Künstler davon aber erheblich weniger als 100.--, weil er von der Platte von iTunes 9.-- kriegt, vom Konzert meist eine fixe Gage (die natürlich einen Bruchteil der Gesamteintritte ausmacht) und vom Shirt, wenn es 50.-- kostet, wohl ca. 40.--. Lassen wir die Tatsache, dass die Platte ja auch noch Produktionskosten und so weiter hat mal aussen vor (und nehmen wir also die 9.-- Einnahmen, als gingen sie direkt in des Künstlers Gucci-Täschchen), dann kommen wir bei 100.-- Investment pro Fan auf - schätzungsweise - 70 Franken Reingewinn (und das ist eine sehr optimistische Rechnung). Das bedeutet aber schon, dass man ca. 1400 Fans braucht, um auf denselben Betrag am Ende der Rechnung zu kommen. Rechnet man wiederum mit ein, dass heutzutage jeder Spotify und Apple Music benutzt, und lassen wir Einnahmen durch Plattenverkäufe mal aussen vor (und ignoriert das lächerliche Streamingmoney, das man evtl. durch Spotify etc. noch kriegt), dann sind es bereits ca. 1600 Fans, die man braucht, damit die obenstehende Rechnung noch aufgeht. 1600 Fans sind immerhin 60% mehr als im verlinkten Artikel damals veranschlagt. Der Autor des Artikels weist zwar daraufhin, dass die Rechnung nur aufgeht, wenn die 100.--, die der Fan ausgibt, direkt zum Artist gehen, aber mal ehrlich: wann und so tun sie das?
Diese Kosten (und damit die Aufwertung der Rechnung von 1000 Fans auf 1600 Fans) ist natürlich völlig egal, wenn man in einem Markt unterwegs ist, in dem (auch) 1600 Fans vergleichsweise lächerlich wenig sind. In den USA leben inzwischen über 300 Millionen Leute mit grösstteils demselben sprachlichen Hintergrund. Da wirkt die 1000 Fans Rechnung eindrücklich, denn es braucht nur einen Bruchteil der Gesamtbevölkerung, die einen unterstützt, damit von Kunst (in welcher Form auch immer) leben kann. Und die Rechnung geht auf, siehe hier:
Tech N9ne macht Millionen und kaum einer weiss es
Aber bei uns, mit nur 4 Millionen Leuten, die Schweizerdeutsch sprechen, sieht es dann doch ein wenig anders aus. Ich wäre schon froh um 1000 Leute, die nur 14.-- für mich bei iTunes oder bei Google Play ausgeben. Korrektur: 100 Leute alleine reichen fürs erste auch!:-)
Zurück im Effekt, Pardon, ich musste slash durfte ein Interview im Lyrics Magazin geben und musste ausserdem "Golfschläger" auf Spotify etc. laden. Daneben hatte ich diesen querulatorischen Dayjob, der mich jeweils von ca. 8 bis 20 Uhr besetzt. Darum, nun ja, das ist doch irgendwie, ne?!
Jedenfalls folgende Gedanken im Anschluss bzw. in der Nachbetrachtung des von mir letzte Woche geposteten Artikels namens "1'000 Fans", der, in einer Nussschale, besagt, dass ein Künstler ein (einigermassen) Leben bestreiten kann, wenn er 1'000 Fans hat, die für ihn pro Jahr 100$ ausgeben. Diese Rechnung ist wohl auch so gemacht, weil das schöne, runde Zahlen sind, die man sich gut merken kann, und der Autor gibt auch zu, dass die Zahl durchaus variiert. Vor allem aber, im Bereich Musik, unterschlägt diese Rechnung einen ganz wichtigen Faktor, nämlich die eigenen Kosten:
Mal angenommen, von 1000 Fans für 100$ kann ein Künstler gut leben. D.h. dieser Künstler braucht für sein Leben $100'000.--. Davon ausgehend, dass diese Zahl korrekt ist (und man also nicht von einem Leben in einer 4-er WG und Bohnen zum Nachtessen spricht, aber auch nicht von der Villa mit Lamborghini), gestalten sich bei einem Künstler (mal ganz allgemein und ohne Eskapaden) die Einnahmequellen ja maximal dreierlei:
- Plattenverkäufe (und Tantiemen)
- Konzerte
- Merchandise
Angenommen (und vereinfachend), der oben genannte eine Fan (von den 1000 Fans) gibt nun für dieses Dreieck (für Plattenverkäufe alleine ist das ja kaum möglich) 100.-- pro Jahr aus: Er kauft sich das Album (für 14.-- im iTunes Store), er kauft sich ein Konzertticket für 35.--, und er kauft sich ein Sweatshirt für 50. Dann bleibt dem Künstler davon aber erheblich weniger als 100.--, weil er von der Platte von iTunes 9.-- kriegt, vom Konzert meist eine fixe Gage (die natürlich einen Bruchteil der Gesamteintritte ausmacht) und vom Shirt, wenn es 50.-- kostet, wohl ca. 40.--. Lassen wir die Tatsache, dass die Platte ja auch noch Produktionskosten und so weiter hat mal aussen vor (und nehmen wir also die 9.-- Einnahmen, als gingen sie direkt in des Künstlers Gucci-Täschchen), dann kommen wir bei 100.-- Investment pro Fan auf - schätzungsweise - 70 Franken Reingewinn (und das ist eine sehr optimistische Rechnung). Das bedeutet aber schon, dass man ca. 1400 Fans braucht, um auf denselben Betrag am Ende der Rechnung zu kommen. Rechnet man wiederum mit ein, dass heutzutage jeder Spotify und Apple Music benutzt, und lassen wir Einnahmen durch Plattenverkäufe mal aussen vor (und ignoriert das lächerliche Streamingmoney, das man evtl. durch Spotify etc. noch kriegt), dann sind es bereits ca. 1600 Fans, die man braucht, damit die obenstehende Rechnung noch aufgeht. 1600 Fans sind immerhin 60% mehr als im verlinkten Artikel damals veranschlagt. Der Autor des Artikels weist zwar daraufhin, dass die Rechnung nur aufgeht, wenn die 100.--, die der Fan ausgibt, direkt zum Artist gehen, aber mal ehrlich: wann und so tun sie das?
Diese Kosten (und damit die Aufwertung der Rechnung von 1000 Fans auf 1600 Fans) ist natürlich völlig egal, wenn man in einem Markt unterwegs ist, in dem (auch) 1600 Fans vergleichsweise lächerlich wenig sind. In den USA leben inzwischen über 300 Millionen Leute mit grösstteils demselben sprachlichen Hintergrund. Da wirkt die 1000 Fans Rechnung eindrücklich, denn es braucht nur einen Bruchteil der Gesamtbevölkerung, die einen unterstützt, damit von Kunst (in welcher Form auch immer) leben kann. Und die Rechnung geht auf, siehe hier:
Tech N9ne macht Millionen und kaum einer weiss es
Aber bei uns, mit nur 4 Millionen Leuten, die Schweizerdeutsch sprechen, sieht es dann doch ein wenig anders aus. Ich wäre schon froh um 1000 Leute, die nur 14.-- für mich bei iTunes oder bei Google Play ausgeben. Korrektur: 100 Leute alleine reichen fürs erste auch!:-)
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